Ausstellung „Staufer und Italien“
Geschichte eines Geschlechts
Die Staufer und Italien – Drei Innovationsregionen im mittelalterlichen Europa
In einer beachtlichen Reihe großer Mittelalterausstellungen schlagen die Mannheimer Reiss-Engelhorn-Museen ab dem 19. September 2010 ein neues, gewichtiges Kapitel auf: Die internationale Sonderausstellung „Die Staufer und Italien“ widmet sich der europäischen Kunst, Kultur und Geschichte des bedeutendsten Herrschergeschlechts des 12. und 13. Jahrhunderts in Europa und wirft einen Blick auf die drei Innovationsregionen Rhein-Main-Neckar, Ober- und Unteritalien. In seiner Schilderung der Taten Kaiser Friedrich Barbarossas rühmt Otto von Freising vor etwa 850 Jahren die Rhein-Main-Neckar-Region als „die größte Kraft des Reiches“. „Dieses Gebiet nämlich... ist reich an Getreide und Wein und bietet eine Fülle von jagdbarem Wild und Fischen. Dort können daher die Herrscher, wenn sie sich im Gebiet nördlich der Alpen aufhalten, am längsten versorgt werden …“ Die drei Innovationsregionen gaben in der Auseinandersetzung mit der staufischen Herrschaft sehr verschiedene Impulse. Die reichen und mächtigen Städte Norditaliens ertrotzten sich eine Unabhängigkeit, ohne den Verband des Reiches zu verlassen und entwickelten eigene politische und rechtliche Traditionen. Im Königreich Sizilien blieb das Staatswesen auf den Herrscher ausgerichtet. Friedrich II. setzte hier seine Ordnungsvorstellungen durch, die eine Kontrolle der Gerichte ebenso vorsahen wie die Regelung von Handel und Handwerk. Gleichzeitig entfalteten sich in Sizilien Baukunst und Bildung in hohem Maße. Die Geschichtsschau mit ihren außergewöhnlichen Exponaten, darunter dem thronenden König, einer Plastik aus Norditalien um 1230, einer Leihgabe des New York Metropolitan Museum of Art, wird eine der spannendsten Mittelalter-Ausstellungen der letzten Jahrzehnte in Deutschland sein, mit einem ausgesprochen lebendigen Rahmenprogramm.
„Stupor mundi“ – Das Staunen der Welt
Der Barbarossa-Enkel Friedrich II., gilt als einer der außergewöhnlichsten Herrscher seiner Zeit. Er hat den Ruf, wissenschaftlich hochinteressiert und Vertreter der empirischen Forschung, Freund und ausgezeichneter Kenner der Falkenjagd gewesen zu sein. Mit hoher Achtung vor der arabischen Kultur, selbst der arabischen Sprache mächtig, trug er den Kreuzzug, zu welchem er vom Papst verpflichtet wurde, mit seinem Gegner Sultan Al-Kamil am Verhandlungstisch aus. Als Sinnbild für gerechte Herrschaft steht der thronende König. Es ist eine Sensation, dass diese aus Oberitalien stammende Monumentalskulptur in der Ausstellung zu sehen sein wird. Denn die Statue kommt aus den USA – und noch nie wurde sie, seit sie dort ist, in Europa ausgestellt. Der thronende Herrscher zeigt auf eindrucksvolle Weise den antikisierenden Zug der Epoche. In der Tradition antiker Imperatoren ließ Friedrich II. sein Bildnis auf Goldmünzen prägen. Ein besonders schönes Exponat der Ausstellung ist auch der Kopf des Jupiter vom Capuaner Brückentor. Er stammt aus der Zeit zwischen 1234 und 1239. Prachtvolle Folianten werden Sie zu sehen bekommen. Nicht nur Bibelhandschriften oder Heiligenlegenden. Auch die Handschriften, die alltägliche Themen beinhalten, sind von besonderem Reiz: Der Welsche Gast von Thomasin von Zerclaere, geschrieben in Bayern um 1250-60, eine Art „Knigge“ für den Rittersmann, ist ein solches, reich illustriertes Werk. Sie können sicher sein: In dieser Ausstellung sehen Sie Kunstobjekte von Weltrang. Sie werden Ihnen das Bild einer Epoche vermitteln, die wie kaum eine andere in der Geschichte das Bild der Welt veränderte. Es ist die Zeit der Staufer, zugleich ist es die Zeit der Umbrüche und Innovationen. Sie werden staunen über die Welt, in die Sie mit den vielen außergewöhnlichen Ausstellungsstücken eintauchen werden.
Reiss-Engelhorn-Museen (rem)
Tel.: +49 (0) 621.293.3150
reiss-engelhorn-museen@mannheim.de
www.staufer2010.de
www.rem-mannheim.de
Der besondere Reisetipp: Dr. Tigges präsentiert "Die Staufer - Europas Aufbruch"










