1. Die SchUM-Gemeinden Speyer – Worms – Mainz

    Die drei jüdischen Zentren des mittleren Rheingebiets, Mainz, Worms und Speyer, sind seit dem Hochmittelalter unter dem Akronym SchUM bekannt und gelten als „Wiege der Gelehrsamkeit“ für das mittelalterliche Judentum in Aschkenas. Das Wort SchUM setzt sich aus den Anfangsbuchstaben ihrer mittelalterlichen, auf das Latein zurückgehenden hebräischen Namen zusammen: Schin (Sch) für Schpira, Waw (U) für Warmaisa und Mem (M) für Magenza. In den Städten entstanden seit dem 11. Jahrhundert bedeutende Talmudschulen. Aus dem intensiven Austausch der nahe beieinanderliegenden Kathedralstädte erwuchs die Trias der „Kehillot SchUM“. Die religiös-kulturelle Führungsrolle, die diese Städte damals erlangten, wirkt bis heute fort.